Nachhaltiger Fischbesatz des A.S.C. – Pfalzel

in der Kyll,

Los V, Fischereigenossenschaft Speicher

 

 

Bedingt durch schlechte Gewässerstruktur, Umwelteinflüsse und nicht zuletzt den Fraßfeind Nummer eins, den Kormoran, ist ein erheblicher Rückgang des Leitfisches der Region „Äsche“ und der Bachforellen-Bestände unverkennbar.

Der Verein entschloss sich, durch Nachhaltigen Fischbesatz, diesem Umstand entgegenzuwirken. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich zuerst mit dem Besatz der Bachforelle beschäftigt. In einem Zweiten Schritt, soll nach den Umbaumassnahmen am Wehr Ittel/Kyll der Besatz mit gewässereigener Äschenbrut folgen.

 

Bericht der Arbeitsgruppe

 

Die Arbeitsgruppe: 

 

Manfred Stark

Albert Quint

Frank Mendel

 

Im Bereich des Ittel-Kyller Wehres, wurden am 22.02.2008 von einer Arbeitsgruppe des ASC Pfalzel, Besatzmaßnahmen mit befruchteten Bachforelleneiern im sog. Augenpunktstadium durchgeführt. Zum Einsatz kamen die von der Arbeitgruppe konstruierten Brutboxen (Verfahren der Kiesbetterbrütung). Diese wurden in der nicht funktionierenden Fischtreppe des Wehres befestigt. Nach einem erfolgreichen Probelauf der Anlage, wurden die Forelleneier schichtweise in Bachkies verschiedener Körnung aufgelegt und die Brutboxen mit einem Deckel verschlossen.

Manfred stark beim Eibesatz

 

m. Stark & Frank Mendel beim Aufbau der Anlage

Der Schlupf der Brütlinge ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Hauptfaktoren sind die sog. Tagesgradzahlen. Diese setzen sich aus der Wassertemperatur und der Menge der Tage zusammen, in denen diese Temperatur herrscht. Um dies zu überwachen, wurden die Temperaturdaten erfasst und ausgewertet.

 

Nach dem Schlupf verblieben die Bachforellen in den Boxen zwischen der Kiesschüttung bis der anhängende Dottersack aufgezehrt war. In dieser Zeit entstand die Gewöhnung an das Gewässer, das sogenannte „Homing“. Der Vorteil des „Homings“ (Rückkehr zum Ort der Geburt) liegt darin, dass der Fisch durch die in seinen Genen verankerten Instinkte möglicherweise versucht, an potentielle Laichplätze in „seinem“ Gewässer zurück zu kehren, um dort abzulaichen. In diesem Falle würde sich im Laufe der Jahre wieder eine natürliche Population ansiedeln. Diesen Zustand zu erreichen, sollte das vorrangige Ziel von Besatzmaßnahmen und Gewässerbewirtschaftung sein.

Wenn der Dottersack aufgezehrt ist, gelangen die Fische durch den Überlauf der Boxen in das normale Bachbett, wo sie sich unter Steinen und zwischen Totgehölzen / Wurzelwerk einstellen.

 

Als ein Hochwasser die Anlage und den Filter am 06.03.2008 außer Betrieb setzte, wurde bei der Instandsetzung am 07.03.2008, also bereits nach 14 Tagen, der erste Schlupf beobachtet. Durch die Plexiglasabdeckung der Boxen konnten oberhalb der Kiesschüttung Fische mit anhängendem Dottersack gesichtet werden. Glücklicherweise wurde die Wasserversorgung umgehend wieder hergestellt .

 

Die folgenden Besuche der Anlage durch die Arbeitsgruppe brachten keine neuen Erkenntnisse, da eine ständig Hochwasser führende Kyll keine Einsicht in die Boxen gewährte. Was blieb war ein Hoffen auf den guten Willen der Wettergötter. Den zeigten sie dann erst wieder am 05.04.2008. Nachdem das Hochwasser endlich abgeflossen und der Arbeitsbereich wieder begehbar war, sollte die Anlage wieder abgebaut werden.

 

Beim Abbau wurde festgestellt, dass sich in den Boxen über der Kiespackung eine ca. 1,5 cm starke noch feuchte Schlammschicht gebildet hatte. Zur Überraschung der Anwesenden war im Schlamm Bewegung zu sehen. Durch die Schlammschicht hatten sich die Brütlinge nach oben heraus gearbeitet. Nachdem behutsam die Brütlinge in die Kyll gelassen wurden, konnte man ein kurzes Fazit über die Menge der geschlüpften Fische ziehen.

Fazit: Beruhend auf Schätzungen

Ei-Besatz im Augenpunktstadium:  ca. 25.000 Stück

Verpilzte Eier und abgestorbene

Brütlinge mit Dottersack ca. 30 %  ca. 7.500 Stück

 

Schlupfrate ca. 70 % nach Abzug       ca. 17.500 Stück

                       =============

 

Weiterer Ablauf und Planung

 

In naher Zukunft sollen so Laichtiere herangezogen werden, die nach 3-4 Jahren den Ort ihrer Geburt aufsuchen, um selbstständig abzulaichen. Der Erfolg des Projekts ist in letzter Konsequenz davon abhängig, dass aus möglichst vielen eingebrachten Augenpunkteiern möglichst viele Jungfische schlüpfen und in weiterer Folge möglichst viele Bachforellen das laichfähige Alter erreichen.

 

Wichtig für den weiteren Ablauf ist nicht nur eine beständige Weiterführung der Besatzmaßnahme, sondern auch die Schaffung von geeigneten Laichplätzen. In diesem Bereich besteht ein enormes Defizit im Los V der Kyll.

 

Die Tatsache, dass der Wehrbereich durch Umbauarbeiten eine neue Bodenstruktur und Wasserführung erhalten wird, sollte für die weiteren Besatzmaßnahmen als Chance genutzt werden. Bei den jetzigen örtlichen Gegebenheiten sind die von der Arbeitsgruppe hergestellten Behälter die wohl beste Lösung.

 

Da sich die Gewässerstruktur durch die Bauarbeiten verändert, muss man darüber nachdenken, ob diese Methode weiterhin Sinn macht. Das von den Behörden und der Planergruppe geplante Raugerinne beeinflusst den Lauf des Gewässers gewollt, wogegen man davon ausgehen kann, dass evtl. von uns geforderte Bauwerke in diesem Bereich ebenfalls Auswirkungen auf die Wasserführung haben werden. Daher wird die jetzige Besatzmaßnahme wahrscheinlich eher als hinderlich empfunden und ist in den jetzigen Planungen nicht berücksichtigt.

 

Eine die Planung nicht beeinflussende Alternative wäre der Ei-Besatz mit der “Cocooning-Methode“. Bei dieser wird ein etwa 60-70 cm Kiesuntergrund benötigt. Diese sogenannten „Cocoons“ werden auf die gleiche Weise wie die Brutboxen befüllt, die Behälter allerdings werden im Kiesgrund vergraben, was bedeutet, dass Gewässerverlauf und Fließgeschwindigkeit nicht beeinflusst werden.(Siehe Bilder)

 

Für die Cocooning-Methode könnte im Bereich des Ittel-Kyller Wehres, unserer Meinung nach, ein optimaler Standort geschaffen werden, was ohne weiteres auch mit verhältnismäßig wenig Aufwand und Kosten zu verwirklichen wäre. Das stärkste Argument sollte natürlich die Schaffung von Laichplätzen sein. Der Bachforelle als Kieslaicher, muß man auch den entsprechenden Laichuntergrund zur Verfügung stellen. Denn die intensivsten Besatzmaßnahmen fruchten nicht, wenn der Fisch keinen Laichplatz findet.

 

Betrachtet man die jetzigen Gegebenheiten vor Ort ist der beste Standort wohl im Bereich gegenüber des Wehres an der vorhandenen Bahnmauer . Diese dient als natürliches Prallufer und wird sich auch im Laufe der Jahre nicht verändern.

Anlage im Hochwasser

Anlage im Hochwasser

 

[ASC Pfalzel] [Wir Ã¼ber uns] [Unsere Gewässer] [Kyll] [Schulunterricht] [Impressum] [Termine] [Museum]

      Kontakt

asc@pfalzel.de