Chronik

 

des Angel-Sport-Club Pfalzel 1950 e.V.

 

 

Am 10. März 1950 trafen sich 19 Interessenten im Gasthaus „Reis“ am Pfalzeler Spieles, um sich für die Bildung eines eigenen Vereins auszusprechen, der fortan seinen heutigen Namen tragen sollte.

 

Beigetragen zu dieser Entwicklung, hatte u.a. Folgendes:

Schon im Jahre 1717 regelte ein umfassendes Werk des Erzbischofs und Landesherren von Trier das Zusammenleben der „Zunftbrüder“. Zufällig wurde Anfang der 90er Jahre im Trierer Stadtarchiv eine entsprechende „Regula“ der Pfalzeler Fischer aufgefunden und übersetzt. Der ASC ist im Besitz entsprechender Faksimiles.

 

In der Zeit während und besonders nach dem zweiten Weltkrieg - in der sogenannten ‘schlechten’ Zeit, hatte der Fischfang an der Mosel für viele Pfalzeler Bürger eine herausragende Bedeutung. Wer einmal „Die Geburt im Kahn“ aus dem vom Roland Steines im Jahre 1995 erschienen Buch „Die Leute von Pfalzel“ gelesen hat, kann dies um so mehr nachvollziehen.

 

Die Beute des Fischfangs stellte oftmals einen beachtlichen Teil des Tagesbedarfs der so rar erhältlichen Lebensmittel dar.

Da Pfalzel in der französisch besetzten Zone lag, war die französische Kommandantur mit ausschlaggebend für das hier geltende Fischerrecht. Als dann eines Tages das Gerücht aufkam, Fischereierlaubnisscheine nur noch an Mitglieder von genehmigten Vereinen auszugeben, entschloß man sich einen Verein zu gründen. Hinzu kam auch der Wunsch einiger Bürger, sich der Fischerei sportlich zu widmen, um sich hierdurch mit Gleichgesinnten sowohl am ewigen Wechselspiel der Natur zu erfreuen als auch die Kreaturen am und im Wasser zu hegen und zu pflegen.

 

Alle oben genannten Kriterien führten schließlich zu einer Gründungsversammlung, die aus ihrer Mitte folgende Personen in den

 

Vorstand wählte: 1.Vors.: Robert Keller, 2.Vors.: Oskar Guthörl, 1.Geschäftsführer: Johann Lieser, 1. Kassierer: Peter Flesch, 2.Kassierer: Karl Steinbach und 1.Sportwart: Anton Steines.

keller Kopie

 (Robert Keller)

Das hierauf folgende Stiftungsfest, (in den folgenden Jahren immer am 2. Wochenende im August stattfindend) verbunden mit einem großen Preisangeln, zu dem alle, dem Kreisfischereiverein Trier angehörenden Vereine, 

 

sowie aus Luxemburg und dem Saarland eingeladen wurden, fand am 22./23.7.1950 statt. Am 10.12.1950 hatte der Club bereits 62 Mitglieder.

 

1951 übernahm Johann Lieser den Vorsitz.

 Lieser

 

Die Mitgliederzahlen (aktive und inaktive) schnellten hoch: 15.3.1952: 102, am 14.4.1953: bereits 175.

Aber auch auf anderen, nichtfischereilichen Gebieten, waren die Freunde des Vereins sehr rege:

So fanden am 11.3.1951 im Saale Bidinger die ersten Theatervorführungen statt. Da dem Verein gute Humoristen angehörten wie: Karl Adams, Matthias und Wilma, Elli und Johann Lieser, Helmut Seiler, Toni Steines, Oskar Guthörl und Frau, (Johann Lieser) Jakob Kohr, Klara Schneider, Gretel Adams und

  • Adams und viele mehr, die es meisterhaft verstanden, aus der Bütt vorzutragen, sorgten sie in den 50er- und Anfang der 60er Jahre für die ersten Karnevalssitzungen in Pfalzel. Bald waren die hiesigen Säle zu klein und man musste sich nach größeren Räumlichkeiten umsehen. So wurden die später folgenden Karnevalsabende im ersten geheizten                                
  •  

     

    Am 13.2.1953 wurde ein Spielmannszug unter der Leitung von Wilhelm Ternes gegründet. Im gleichen Jahr trat der Spielmannszug mit 20 Musikern im Fastnachtsumzug auf. Die Lyra des Spielmannszuges wurde während eines gemeinsamen Musik- und Sommerfestes mit der freiwilligen Feuerwehr Pfalzel vom 6.-8.8.1955 geweiht.            

    Die Fahnenweihe hat wohl - neben der Gründung - die tiefste Bedeutung für einen Verein. Verbunden mit einem internationalen Preisfischen, fand diese am 8./9. August 1953 in der Pfarrkirche St.Marien/St.Martin und anschließend im Festzelt statt. Die Vereinsfahne wird auch heute noch zu besonderen Gelegenheiten, z.B. anlässlich der Beisetzung von verdienten Mitgliedern, beim Gedenken an die Gefallenen und am Volkstrauertag getragen.

     

    In den kommenden Jahren fanden vielerlei Festveranstaltungen des noch jungen Clubs statt, deren Grenzen den Rahmen des üblichen weit überschritten. Die Aufzählung der gesamten Aktivitäten, würde den Rahmen dieser Festzeitschrift sprengen. Deshalb seien an dieser Stelle nur einige genannt:

    10./11.7.1954: internationales Preisangeln, jeweils jährlich stattfindend bis ins Jahr 1976 im Festzelt an der Wallmauer. Bezirksfischereimeisterschaften: 1966, 1967, 1975, 1976 und 1977. Ehrenpreise z.B. der Städte Bernkastel-Kues und Völklingen, Ehrenpreise des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Dr.Helmut Kohl, des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Finanzen, Karl Haehser, des Ministers für Landwirtschaft, Weinbau und Umweltschutz u.v.m.

     

    Seit 1959 besteht eine aktive Jugendgruppe, die fortlaufend praktisch und theoretisch ausgebildet wird und ebenfalls auf eine Vielzahl stolzer Errungenschaften zurückblicken kann. Jugendwart ist zur Zeit Manfred Stark aus Kenn.

     

    Bevor die Mosel kanalisiert und zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut wurde, erkannte man, dass der Angler immer mehr von seinem heimischen Gewässer vertrieben wurde. Auch die Gewässerverunreinigungen nahmen immer mehr zu.

    Vorausschauend gelang es damals, unter dem Vorsitz von Johann Lieser, mit Hilfe einiger Vorstandsmitglieder, welche sogar als Bürgen auftreten mussten, zwei Kyllstrecken anzupachten. Ebenso gelang es, das auf Pfalzeler Bann gelegene, nicht ausgebaute Hafenbecken, ein ca. 400 m langes und nicht mit der Mosel verbundenes Zusatzbecken, anzupachten.

    Nach vielen tatkräftigen Arbeitsstunden (Böschungsbefestigungen und Bepflanzungen) seitens der Mitglieder, konnten im Sommer 1965 erstmals dort Fische eingesetzt werden. Nach einer gewissen Übergangszeit entwickelten sich immer mehr Nährstoffe im fischfreundlichen Wasser des Hafenbeckens, und so konnten die Fische sich bald selbständig ernähren.

    Für die Wasserqualität, den Fischbestand u.v.m. der angepachteten Gewässer zeichnet z.Zt. der 1.Gewässerwart des ASC, Georg-Heinrich Fries, verantwortlich.

    5 Jahre später, im Jahre 1970, stieg die Mitgliederzahl auf 310.

    1981 musste Johann Lieser wegen Krankheit den 1.Vorsitz des Clubs abgeben. Siegfried Groß trat an seine Stelle. 1983 übernahm der bis dahin als Sportwart tätige Elmar Lieser das Amt des 1. Vorsitzenden, Alfred Lautwein wurde als sein Stellvertreter gewählt, Alfons Görgen übernahm das Amt des 1.Schriftführers und Heinrich Schuler das des 1. Kassierers.

    Elmar

    (Elmar Lieser)

     

    Vereinsaktivitäten, Spielmannszug und Theateraufführungen etc. waren längst vorbei. Trotzdem war die Zeit für den ASC Pfalzel nicht stehen geblieben. Das neue  

    Problem hieß: Luftverschmutzung, Gewässerverunreinigung, Vogel- und Fischsterben.

    Die Aufgabe, die sich der neue Vorstand gestellt hatte, war, die Natur und die bedrohte Fischereiwirtschaft im heimatlichen Gewässer zu erhalten und für deren Reinhaltung zu sorgen. Ferner der Jugend die Schönheiten der Natur nahe zu bringen, die Kreatur Tier zu pflegen, zu achten und zu erhalten, sowie ein umweltbewusstes Denken an den Tag zu legen.

     

    Überraschend kam am 30.7.1983 die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres langjährigen Vorsitzenden Johann Lieser.

    Mit ihm verlor der hiesige Sportfischerwelt und darüber hinaus seine Freunde der Fischwaid in nah und fern, die ihn kennen- und schätzen gelernt hatten, eine ihrer bedeutendsten und geachtetsten Persönlichkeiten.

     

    Die nächste Schreckensmeldung kam am 9.1.1985: Cerosin-Verseuchung der Fischereipachtstrecken an der Kyll. Über 10 Jahre hat es gedauert, bis die Flora und Fauna dieser, in unserer Region einmaligen, Artenvielfalt wieder einigermaßen hergestellt war.

    Schließlich traf es auch noch das von uns angepachtete Hafenbecken. Als dort Anfang der 90er Jahre ein aus US-Militärbeständen stammendes und mit sog. „Bombletts“ bestücktes Behältnis in einer Schrottpresse explodierte, mussten das Hafenbecken abgelassen und sämtlicher Fischbestand umgesiedelt werden.

    Doch ein Verein wächst mit seinen Aufgaben.

    Durch immer neuen Besatz wird versucht, die Artenvielfalt der Fische zu erhalten und zu erneuern. Bepflanzungen werden vorgenommen und abgestorbene Biotope erneuert.

     

    Im März 2001 übernahm Matthias Elsen den Vorsitz des Vereins, da Elmar Lieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

    Stellvertretender Vorsitzender wurde Willy Schuhmacher, Kassierer Jürgen Weiland, erster Schriftführer Hans Hewer und zweiter Schriftführer Günter Krahl.

    Kaum war der Wechsel vollzogen, kam das erste Ungemach auf den Vorstand zu. Im Bereich des Hafenteiches wurde mit Vermessungen begonnen. Schnell kam das Gerücht auf, die Fa. Steil würde den Hafenbereich ausbauen.

    Der Vorstand nahm mit der Hafengesellschaft Verbindung auf und musste erfahren, dass dies zutreffend war.

    Der Verlust des Hafenbeckens stand zum 31.12.2001 bevor.

    Durch geschicktes Verhandeln gelang es dem Vorstand eine Entschädigung von 30 000 DM auszuhandeln.

     

    Im Winter 2001/2002 gelang es dem Vorstand, unter maßgeblicher Beteiligung von Günter Krahl, über Bonn und Berlin beim Bundesforstamt Baumholder die Teichanlage Mattheiser Wald (Pfahlweiher) anzupachten.

    Einige Arbeitsdienste und das Anangeln 2002 konnte dort durchgeführt werden.

    Die zur Anlage gehörende Hütte wurde im Sommer unter Leitung von Peter Kreber für Vereinszwecke brauchbar hergerichtet.

     

    Die Satzung des Vereins war in die Jahre gekommen und nicht mehr Zeitgemäß. So wurde Günter Krahl im Frühjahr 2002 beauftragt, die Satzung des Vereins zu überarbeiten.

    Von ihm wurde eine neue Satzung und eine Geschäftsordnung erstellt.

    Diese wurde durch die Mitglieder anlässlich einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober 2003 angenommen.

     

    Für den Zulauf (Aulbach) der Teichanlage Mattheiser Wald wurde bei der Stadt Trier ( Bauverwaltungsamt) im März 2002 die Bachpatenschaft beantragt. Die Verhandlungen führte Günter Krahl. Im Januar 2003 wurde der „Vertrag über die Bachpatenschaft Aulbach“ durch den Vorsitzenden Matthias Elsen und den Leiter des Bauverwaltungsamtes Bruno Rommelfanger unterzeichnet.

    Schon im Frühjahr 2003 wurde der Bach mit Forelleneiern besetzt um den Fisch in diesem Bach wieder heimisch zu machen. Die Maßnahme zeigte im Sommer erste Erfolge. So konnten einige Jungfische festgestellt werden.

    Der Sommer 2003 war extrem heiß. Der Gewässerwart Georg Heinrich Fries nahm ständig Wasserproben in der Teichanlage und deren Zulauf.

    Er stellte fest, dass die Wasserqualität trotz der enormen Trockenheit als sehr Gut zu bezeichnen war.

     

    Im August 2003 erließ die Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord in Koblenz die Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet „Mattheiser Wald“.

    Somit war vorerst das Angeln in den Teichen verboten.

    Nach Verhandlungen mit der ADD Koblenz, wurde dem Verein eine entsprechende Genehmigung ausgestellt.

     

    Da das Finanzamt der Meinung war, der Verein müsste seine Rücklagen abbauen, entschloss sich der Verein eine Immobilie zu erwerben.

    Der Vorstand beauftragte Anfang Oktober 2003 Günter Krahl, die Verhandlungen mit der Stadt Trier, bezüglich des Anwesens Golostrasse 4, aufzunehmen.

    Im Spätsommer des Jahres 2004 wurden in die Teiche 500 Edelkrebse ausgesetzt, um die stark dezimierten Bestände in unserer Region wieder zu beleben.

    Im Herbst 2004 war es dann soweit, dass das Anwesen erworben werden konnte.

    Da das Gebäude sehr heruntergekommen war, wurde sofort mit der Renovierung begonnen.

    Am 25. Dezember des Jahres 2004 verstarb nach schwerer Krankheit unser 1. Vorsitzender Matthias Elsen.

    Bei den Neuwahlen im Januar 2005 wurde Günter Krahl zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zum 1. Geschäftsführer wurde Elmar Eichhorn gewählt.

    Krahl

    (GünterKrahl)

    Der Verein beschloss anlässlich der Jahreshauptversammlung, ein Projekt mit der Trevererschule einzugehen, welches die Zielsetzung hat, dass körperbehindert Kinder durch das Angeln in der Körpermotorik gestärkt werden sollen, um somit die Behinderung beziehungsweise die Auswirkungen der Behinderung zu lindern.

     

     

    So hat sich der Angel-Sport-Club Pfalzel vorgenommen, den Geist der Sportfischerei in der großen Vereinsfamilie aufrechtzuerhalten und weiter zu entfalten, damit auch in der heutigen, schnelllebigen Zeit die geistigen Ideale unserer Väter weiter Bestand haben.

     

     

     

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